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Weihnachtsgeschichten zum Mitmachen & Vorlesen

Weihnachtsgeschichte zum Mitmachen – niedlicher Weihnachtswichtel mit Laterne neben geschmücktem Weihnachtsbaum als Titelbild

Weihnachten ist die Zeit, in der Kinderaugen besonders hell leuchten – und genau dafür ist diese Weihnachtsgeschichte zum Mitmachen gemacht! Hier bekommst du eine liebevoll geschriebene, spannende und interaktive Weihnachtsgeschichte für Kinder von 4–9 Jahren, die perfekt zum Vorlesen ist. Jede Szene lädt dein Kind zum Mitmachen ein: mit kleinen Bewegungen, magischen Aufgaben und Momenten, die die Fantasie beflügeln.

Ob gemütlich auf dem Sofa, als Abendritual im Dezember oder als Highlight im Adventskalender – diese Vorlesegeschichte zu Weihnachten sorgt für Nähe, Geborgenheit und echtes Weihnachtsglanz-Feeling. Taucht gemeinsam ein in ein herzerwärmendes Abenteuer voller Wichtel, Sternsplitter und magischer Momente, die Kinder aktiv einbeziehen und ihnen das Gefühl geben, selbst ein Teil der Geschichte zu sein.


Es war einmal, in einer kleinen Stadt, in der es im Winter immer nach Zimt und Kakao roch, ein Mädchen namens Lea und ihr kleiner Bruder Emil. Lea war 8 Jahre alt, Emil 5 – und beide liebten Weihnachten so sehr, dass sie schon im Oktober anfingen, Plätzchen zu planen.

An diesem Abend aber war irgendetwas anders. Draußen war es still, der Schnee fiel ganz leise vom Himmel, und im Wohnzimmer leuchtete der Weihnachtsbaum. Doch das Licht der Lichterkette war… na ja… irgendwie müde. Es flackerte nur schwach.

„Komisch“, murmelte Lea und kniff die Augen zusammen. „Gestern hat der Baum doch noch viel heller geleuchtet.“

Mama zuckte die Schultern. „Vielleicht ist nur eine Glühbirne kaputt“, meinte sie. „Wir schauen morgen mal.“

Aber in dieser Nacht passierte etwas, das alles veränderte.


Als Lea und Emil im Bett lagen, hörten sie plötzlich ein leises Klingen. Mach mal mit: Kannst du mit deinem Finger auf dem Kopfkissen ganz leise kling, kling trommeln, als wäre es eine kleine Glocke?

„Hast du das gehört?“, flüsterte Emil.

Lea nickte. „Das kam vom Fenster!“

Langsam setzten sie sich auf, schauten zur Scheibe – und da sahen sie ihn: einen winzig kleinen Wichtel, der draußen auf dem Fenstersims stand. Er trug eine rote Zipfelmütze, eine grüne Weste und viel zu große Stiefel. In der Hand hielt er… eine Laterne, die überhaupt nicht leuchtete.

Der Wichtel winkte. „Pssst! Könnt ihr mich sehen?“

Jetzt du: Nicke einmal kräftig mit dem Kopf, damit der Wichtel weiß, dass du ihn sehen kannst.

Lea öffnete vorsichtig das Fenster. Kühle Winterluft strich ins Zimmer. „Wer bist du?“, flüsterte sie.

„Ich bin Finno, der Weihnachtswichtel“, sagte der Kleine und verbeugte sich so tief, dass seine Mütze fast herunterfiel. „Und ich habe ein riesengroßes Problem.“


Emil rutschte näher ans Fenster. „Hast du dich verlaufen?“

Finno schüttelte den Kopf. „Schlimmer! Der Weihnachtsglanz ist verschwunden.“

„Der… was?“, fragte Lea.

„Der Weihnachtsglanz!“ Finno seufzte schwer. „Das ist dieser besondere Zauber, der alles an Weihnachten warm, gemütlich und fröhlich macht. Er lässt die Lichter heller leuchten, die Herzen weicher werden und sogar den Kakao besser schmecken. Ohne Weihnachtsglanz…“

In diesem Moment flackerte die Lichterkette im Wohnzimmer noch einmal schwächer. Emil bekam Gänsehaut.

„…ohne Weihnachtsglanz wird Weihnachten nur ein ganz normaler Tag“, beendete Finno den Satz leise.

Mitmachen: Zieh einmal kurz die Schultern hoch und mach ein „Brrrr“, so als wäre dir plötzlich ganz kalt geworden.


„Aber wo ist der Weihnachtsglanz hin?“, fragte Lea ernst.

Finno schaute sich nervös um, als hätte jemand ihn belauschen können. „Er war im Stern der Wünsche. Jeder Wunsch, den die Kinder auf der ganzen Welt in der Weihnachtszeit denken, macht den Stern ein kleines bisschen heller. Aber heute… ist der Stern vom Himmel gefallen. Einfach so!“

Lea riss die Augen auf. „Vom Himmel gefallen? Aber Sterne sind doch ganz weit oben!“

„Normalerweise schon“, nickte Finno. „Aber der Stern der Wünsche ist ein besonderer Stern. Wenn zu viele Erwachsene sagen: ‚Ach, Weihnachten ist nur Stress‘ und ‚Ich habe keine Zeit für den ganzen Quatsch‘, dann wird der Stern schwer. Er braucht Kinder, die noch richtig an Weihnachten glauben!“

Jetzt du: Leg mal deine Hand auf dein Herz. Spürst du, wie es schlägt? Stell dir vor, jedes „Bumm“ sagt: Ich glaube an Weihnachten!

„Und was sollen wir machen?“, fragte Emil, dessen Augen jetzt aufgeregt funkelten.


Finno holte ein kleines goldenes Buch aus seiner Tasche. Es war kaum größer als Emils Hand. Auf dem Einband stand in schimmernden Buchstaben: „Mission Weihnachtsglanz“.

„Dieser Stern ist irgendwo in eurer Stadt gelandet“, erklärte der Wichtel. „Ich alleine kann ihn nicht finden. Ich bin nämlich…“ Er wurde ein bisschen rot. „…schrecklich schlecht im Suchen. Ich verlaufe mich sogar im Nikolaus-Lager.“

Lea konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Also brauchst du Hilfe?“

Finno nickte ernst. „Ich brauche Kinder, die mutig sind, neugierig – und bereit, ein Weihnachtsabenteuer zu erleben. Und ich glaube… ihr seid genau die Richtigen. Aber ich kann nur mit Kindern losziehen, die wirklich mitmachen.“

Mitmachen-Test:

  • Hebe beide Arme in die Luft – ganz hoch!

  • Wackle mit den Fingern, als würden sie Sternenstaub versprühen.

  • Flüstere leise: „Ich bin bereit für das Weihnachtsabenteuer.“

Hast du alles gemacht? Dann lächelte Finno jetzt auch dir zu.

„Gut“, sagte er zufrieden. „Dann beginnt unsere Mission genau… jetzt!“


„Moment“, flüsterte Lea. „Wir können doch nicht mitten in der Nacht raus!“

Finno grinste geheimnisvoll. „Keine Sorge. Wenn ihr mit mir kommt, vergeht die Zeit im Menschenland ein bisschen anders. Für eure Eltern sieht es nur aus wie ein ganz normaler Traum.“

Er schüttelte seine Laterne. Ein paar glitzernde Funken stoben heraus – doch das Licht blieb schwach.

„Die Laterne leuchtet erst wieder richtig, wenn wir eine Spur vom Stern gefunden haben“, erklärte er. „Der Stern ist in fünf Teile zersprungen, als er auf die Erde gefallen ist. Jeder Teil steckt an einem Ort, an dem der Weihnachtsglanz gerade verloren geht.“

Lea schluckte. „Fünf Teile?“

Emil strahlte. „Dann ist es ja wie bei einer Schatzsuche!“

Jetzt du: Mache mit deiner Hand eine große Kreisbewegung in der Luft – als würdest du eine riesige Schatzkarte ausbreiten.

„Ganz genau“, sagte Finno. „Und ihr seid meine Weihnachts-Entdecker.“

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Er schnippte mit den Fingern – schnipp! – und plötzlich trugen Lea und Emil kuschelige rote Wintermäntel, warm gefütterte Stiefel und Mützen mit kleinen, leise klingelnden Glöckchen.

„Wow!“, staunte Emil und drehte sich einmal im Kreis. Die Glöckchen bimmelten fröhlich.

„Bereit?“, fragte Finno.

Lea nickte. „Bereit.“

Und du? **Schließ ganz kurz die Augen, atme einmal tief ein und stell dir vor, du stehst mit Lea, Emil und Finno am Fenster. Spürst du die kalte Luft? Hörst du die leisen Glöckchen?“

Als Lea die Augen wieder öffnete, war das Kinderzimmer verschwunden.

Sie standen mitten auf dem nächtlichen Marktplatz der Stadt.

Die Lichter der Weihnachtsbuden waren fast alle schon aus, nur ein paar Lampen glommen traurig vor sich hin. Der große Weihnachtsbaum auf dem Platz sah plötzlich gar nicht mehr so festlich aus – die Kugeln wirkten grau, die Lichter matt.

„Hier suchen wir das erste Stück des Sterns“, flüsterte Finno. „Denn hier, auf dem Weihnachtsmarkt, geht gerade ein bisschen Weihnachtsglanz verloren…“


Mitten auf dem Marktplatz blieb Finno stehen. Der Wind wehte ein paar letzte Tannennadeln über die Steine, und der große Weihnachtsbaum knarrte leise, als würde er frieren.

„Der Weihnachtsmarkt war heute richtig voll“, sagte Lea. „Aber irgendwie… sieht alles traurig aus.“

Finno nickte. „Genau deshalb sind wir hier. Der erste Funken Weihnachtsglanz muss irgendwo auf diesem Platz versteckt sein – an einem Ort, wo das Lachen heute verschwunden ist.“

Emil runzelte die Stirn. „Lachen kann verschwinden?“

„Oh ja“, sagte Finno mit ernster Stimme. „Wenn Menschen sich streiten, wenn sie gestresst sind, wenn sie keine Geduld haben… dann fliegen kleine Funken Weihnachtsfreude weg wie Schneeflocken im Wind. Und genau da müssen wir suchen.“


Lea schaute sich um. Ein paar Buden standen schief im Dunkeln. Der Waffelstand roch noch ganz leicht nach Vanille, aber auch dieser Duft schien irgendwie müde.

Plötzlich hörten sie ein dumpfes Wummern.

Wumm… Wumm… Wumm.

Emil zuckte zusammen. „Was war das denn?“

„Hört sich an wie…“ Lea spitzte die Ohren.

Mach mal mit: Trommle ganz leise mit deinen Fingern auf deinen Oberschenkel – Wumm… Wumm… Wumm – als würdest du den geheimnisvollen Ton suchen.

„…als würde jemand treten“, flüsterte Emil.

Finno zog seine Laterne hoch. Sie leuchtete nicht heller, aber sie vibrierte ein wenig – als würde sie sagen: Da lang!

„Folgt mir“, sagte der Wichtel und stapfte mit seinen viel zu großen Stiefeln los.


Hinter dem Kinderkarussell, das im Dunkeln stillstand wie ein schlafender Riese, fanden sie die Quelle der Geräusche.

Ein Junge saß dort im Schatten, ungefähr so alt wie Lea. Er kickte wütend gegen einen Karton. Wumm!

Neben ihm lag ein halb zerbrochener Lebkuchenherz-Stab.

„Geht’s dir gut?“, rief Lea vorsichtig.

Der Junge schaute hoch, erschrocken und gleichzeitig wütend. „Lasst mich einfach! Weihnachten ist blöd!“

Emil schnappte nach Luft. „BLÖD?!“

Mitmachen: Reiß einmal die Augen weit auf, so richtig empört!

Finno trat näher. „Warum findest du Weihnachten blöd?“

Der Junge presste die Lippen zusammen. „Weil heute alles schief lief! Ich wollte mit meiner Schwester Karussell fahren, aber Papa musste früher weg wegen Arbeit. Und Mama hat gesagt, wir müssen sparen, also konnte ich dieses Weihnachts-Set nicht kaufen, das ich unbedingt wollte. Und dann… dann…“

Er schluckte.

„…dann ist mein selbstgebastelter Wunschstab runtergefallen und zerbrochen. Ich hab den extra für den Wunschbaum gemacht.“


Lea spürte ein Kribbeln im Bauch. „Das klingt echt doof“, sagte sie ehrlich.

Emil nickte eifrig. „Richtig doof!“

Der Junge wischte sich schnell über die Augen, als wollte er so tun, als wäre es nur Wind gewesen. „Also… ja. Weihnachten ist doof.“

Doch in diesem Moment begann Finnos Laterne stärker zu vibrieren.

Bzzzz… bzzzzz…

„Aha!“, rief der Wichtel. „Das ist es! ECHTE Gefühle. Traurig sein, wütend sein – das gehört auch zu Weihnachten. Aber wenn jemand so fühlt, verliert sich manchmal ein Stück Weihnachtsglanz genau dort, wo sein Lächeln verschwunden ist.“

Er kniete sich zu dem Jungen. „Wie heißt du?“

„Bennie“, murmelte er.

„Bennie“, sagte Finno sanft, „darf ich mir deinen Wunschstab mal anschauen?“

Bennie nickte und reichte ihm vorsichtig die beiden abgebrochenen Teile.


Finno hielt sie in die Höhe. „Kinder, ich brauche eure Hilfe. Mitmachen!“

Deine Aufgabe:
Streck beide Hände nach vorne – Finger gespreizt – und stell dir vor, ein bisschen glitzernder Weihnachtsstaub schwebt von deinen Fingern zu Finnos Laterne.

„Jetzt pustet ganz leise, so als wollt ihr eine Feder bewegen.“

Puuust…

Finno schloss die Augen, murmelte ein paar Wichtelworte, die sich anhörten wie „Krimskrams-Kramsel-Klingeling“… und – TING! – vor ihnen schwebte plötzlich ein winzig kleiner Sternsplitter.
Er glitzerte warmgolden – viel heller als die Lichter am Baum.

Emil jubelte. „Wir haben ihn gefunden! Den ersten Sternenteil!“

Bennie staunte. „Was… was ist DAS?“

„Ein Stück vom Stern der Wünsche“, erklärte Finno und zwinkerte. „Und weißt du, warum es hier war? Weil du heute einen richtigen Wunsch hattest – nicht nach Spielzeug, sondern nach einem Moment, der dir wichtig ist.“

Bennie wurde rot. „Vielleicht… vielleicht mag ich Weihnachten doch ein bisschen.“


Lea lächelte. „Sollen wir deinen Wunschstab wieder reparieren?“

„Geht das denn?“, fragte Bennie zweifelnd.

Finno hob die Laterne, die nun hell aufglühte. „Wenn der Weihnachtsglanz zurückkommt… geht fast alles.“

Er schüttelte sie leicht – und ein warmer Lichtfunken sprang auf den Wunschstab. Die Risse verschwanden, der Stab glitzerte wie neu.

Bennie strahlte. „Wow!“

„Danke“, sagte er leise. „Ihr seid echt… na ja… wie Weihnachtshelden.“

Mitmachen: Strecke deine Arme nach oben und mache eine Heldenpose – Brust raus, Kinn hoch!


Finno packte den Sternsplitter ganz vorsichtig in sein goldenes Buch. Ein warmes Licht breitete sich über den Marktplatz aus.

Die Lichter der Buden leuchteten wieder ein Stück heller.
Der Weihnachtsbaum schimmerte sanft.
Sogar der Duft nach Vanille war plötzlich wieder da.

„Das ist der Weihnachtsglanz“, flüsterte Lea.

Finno nickte. „Ein Teil ist gefunden. Aber vier fehlen noch. Und der nächste Ort… ist schwieriger.“

Emil holte tief Luft. „Wo gehen wir hin?“

Der Wichtel deutete auf die dunkle Gasse hinter den Buden. „Dort entlang. Zum alten Spielzeugladen. Dort ist der zweite Sternsplitter versteckt… und er wird von jemandem bewacht, der Weihnachten vergessen hat.“

Lea fröstelte.
Emil bekam große Augen.

Und Finno sagte nur:
„Seid ihr bereit für die nächste Aufgabe?“


Lea spürte ein Kribbeln im Bauch, als Finno in die dunkle Gasse zeigte. Der Wind dort drinnen wirbelte ein paar Schneeflocken im Kreis, als wollte er sagen: „Komm rein… wenn du dich traust.“

Emil versteckte sich halb hinter Leas Mantel. „Warum müssen wir da rein? Da ist es voll dunkel!“

Finno schob seine Mütze zurecht, die bei jedem Schritt ein leises pling machte. „Weil der alte Spielzeugladen einer der traurigsten Orte der Stadt geworden ist. Früher haben dort alle Kinder gelacht. Jetzt… hört man gar nichts mehr.“

„Gar nichts?“, fragte Lea.

„Gar nichts“, wiederholte Finno. „Kein Lachen. Kein Staunen. Kein ‚Ohhhh wie toll!‘ – nicht mal ein kleines Quietschen von einer Puppe. Und genau deshalb versteckt sich dort der zweite Sternsplitter.“


Sie liefen vorsichtig in die Gasse.
Mach mit: Leise auf die Beine tippen – tap, tap, tap – als würdest du mitgehen.

Je näher sie dem Laden kamen, desto kälter wurde die Luft. Die Fenster waren staubig, fast blind. Über der Tür hing ein altes Holzschild:

„SPIELZEUGLADEN WUNDERKISTE – seit 1952“

Aber der Schriftzug wirkte ausgeblichen, fast grau.

Emil schauderte. „Wieso macht der Laden so ein unheimliches Geräusch?“

Sie lauschten.
Da war ein leises knarren… seufzen… – als würde das Gebäude selber traurig atmen.

„Weil er sich erinnert“, erklärte Finno flüsternd.
„Spielzeugläden haben ein Herz. Und das hier wurde lange nicht gefüllt.“


Lea drückte vorsichtig die Tür auf.

KRIIIIIIEEEEK.

„Huch!“, flüsterte sie.

Drinnen war es dunkel. Der Laden sah aus, als hätte ihn seit Ewigkeiten niemand mehr besucht.

Die Spielzeuge standen reglos in den Regalen:

  • Ein Bärenpaar, das niemand mehr drückte

  • Eine Eisenbahn, deren Gleise staubig waren

  • Puppenwagen, die niemand schob

  • Und ein großes Schaukelpferd, das ganz allein in der Ecke stand

Aus dem Nichts hörten sie ein HATSCHI!

Emil machte große Augen. „Wer… WAR das?“

Finno zückte seine Laterne. Sie glühte schwach – aber dieses Mal zeigte sie nicht nach vorne, sondern auf ein Regal ganz rechts.

„Da drüben“, flüsterte Lea. „Da bewegt sich etwas!“


Sie gingen näher.
Zwischen zwei alten Gesellschaftsspielen saß ein winzig kleines Männchen.
Er trug eine blaue Wollmütze, einen viel zu großen Pullover und eine Brille, die ständig von seiner Nase rutschte.

„HATSCHI!“

„Gesundheit“, sagte Emil automatisch.

Der kleine Mann blickte auf. „Ah! Besuch! ECHTER Besuch! Das gibt’s ja nicht!“

Er sprang so aufgeregt auf, dass er fast vom Regal fiel. Lea fing ihn gerade noch rechtzeitig.

„Wer bist du?“, fragte sie.

„Ich? Ich bin Hugo! Hugo der Hüter! Hüter der vergessenen Spiele und Wächter des… ähem… des Ladenstaubs.“

Er putzte sich die Brille. „Ich wische den Staub nicht weg – ich bewache ihn! Sehr wichtige Aufgabe!“

Finno grinste. „Hallo Hugo. Lange nicht gesehen.“

Hugo zog die Augenbrauen zusammen. „Finno? Bist du das? Wieso bist du hier? Ist Weihnachten kaputt?“

„Fast“, seufzte Finno. „Ein Teil des Sterns der Wünsche ist hier im Laden gelandet. Und er wird von… jemandem festgehalten.“

Hugo wurde weiß im Gesicht. „Oh nein. Du meinst doch nicht… ihn?“

Lea und Emil sahen sich an. „Wen?“

Hugo wackelte nervös mit den Händen. „Den Spielzeugmeister!“


„Den wer?“, fragte Lea.

„Den Spielzeugmeister“, wiederholte Hugo mit flacher Stimme. „Er ist der Geist des Ladens. Früher war er fröhlich. Hat Spielzeug repariert, Lachen gesammelt, Wünsche erfüllt. Aber irgendwann… kamen immer weniger Kinder. Und immer mehr Leute sagten: ‚Spielzeuge? Brauchen wir nicht. Alle spielen nur noch am Tablet.‘“

Emil schluckte. „Hat er sich… traurig gemacht gefühlt?“

„Traurig, wütend und enttäuscht zugleich“, erklärte Hugo. „Und irgendwann hat er den Laden abgeschlossen. Seitdem sitzt er auf seinem alten Werkstattstuhl… und grummelt.“

Finno nickte. „Der Sternsplitter hat sich zu ihm gesetzt, weil er besonders viel verlorenen Weihnachtsglanz spürt.“

Lea fasste Mut. „Dann gehen wir hin und reden mit ihm.“

„Reden?!“, quietschte Hugo. „Mit DEM? Er knurrt jeden an, der ihm zu nahe kommt! Außerdem… er wirft mit Holzspänen!“

Emil kicherte. „Mit Holzspänen?“

„RICHTIG scharfkantigen Holzspänen! Nicht lustig!“


Finno klopfte Hugo sanft auf den Rücken. „Komm, wir schaffen das gemeinsam.“

Sie gingen tiefer in den Laden.
Der Boden knarzte bei jedem Schritt – mach mit: Sag leise knarr… knarr…, als würdest du über alte Holzdielen laufen.

In einem hinteren Raum leuchtete ein schwaches, bläuliches Licht.

„Das muss der Sternsplitter sein“, flüsterte Lea.

Finno nickte. „Und der Spielzeugmeister sitzt direkt daneben.“

Sie traten ein.

Und da sahen sie ihn.


Ein alter Mann mit grauem Bart, dicker Brille und einer Schürze voller Werkzeuge.
Er saß auf einem Holzstuhl und schnitzte wütend an einem Stück Holz herum.

KRATZ-KRATZ-KRATZ!

Ohne aufzublicken knurrte er:
„Der Laden ist geschlossen!“

Niemand sagte etwas.

„G-geschlossen! Habe ich gesagt!“, brummte er. „Wenn ihr was kaufen wollt: zu spät! Alles vorbei! Kinder interessieren sich ja doch nicht mehr für sowas…“

Hinter ihm – auf der Werkbank – glühte ein heller, blauer Sternsplitter.

Finno flüsterte: „Dass er so nah sitzt, heißt, er fühlt sich sehr alleine. Wir müssen ihm zeigen, dass Spielzeug immer noch wichtig ist.“

„Aber wie?“, hauchte Lea.

Finno grinste. „Mitmachen natürlich!“


Mitmach-Aufgabe: Den Spielzeugmeister aufmuntern!

Flüstere ganz leise, aber fröhlich:
„Weihnachten steckt voller Wunder.“

Dann klatsche zweimal in die Hände – klapp klapp! – so, als würdest du einen Funken Freude schicken.

Und jetzt schicke ein kleines Lächeln in deine Wangen. Nur ein winziges.


Der Spielzeugmeister hielt inne.
Sein Holzspan fiel zu Boden.
Langsam hob er den Kopf.

„Was war das…?“, murmelte er. „Hab ich… Lachen gehört?“

Lea trat vor. „Wir möchten Ihnen zeigen, dass Spielzeuge immer noch Freude machen.“

Emil schnappte sich das alte Schaukelpferd und setzte sich drauf. „Schau mal!“
Er wippte leicht. Das Holzpferd knarrte – aber… es kicherte?

Tatsächlich!
Ein ganz leises hihi kam aus dem Pferd, als hätte es seit Jahren darauf gewartet, wieder benutzt zu werden.

Der Spielzeugmeister blinzelte verwirrt. „Das… habe ich schon seit zwanzig Jahren nicht mehr gehört…“


Finno hob seine Laterne. Sie begann goldener zu leuchten als zuvor.

„Ihr habt’s geschafft“, sagte er stolz. „Schaut mal auf die Werkbank!“

Der Sternsplitter schwebte in die Luft – fuuuup! – und glitzerte hell.
Er war warm, freundlich und wunderschön.

Emil jubelte. „Der zweite Teil!“

Der Spielzeugmeister starrte ihn an. „Was… was ist das…?“

Lea lächelte sanft. „Ein Stück Weihnachten, das hier auf Sie gewartet hat.“

Langsam, und zum ersten Mal seit langer Zeit, lächelte der alte Mann zurück.

Ein kleines, zaghaftes Lächeln.
Aber ein echtes.


Finno fing den Splitter auf und bewahrte ihn im goldenen Buch.

„Zwei von fünf“, sagte er. „Ihr seid wirklich wundervolle Weihnachtshelfer.“

Hugo schniefte laut. „Ich bin stolz auf euch! Und ein bisschen neidisch. Aber hauptsächlich stolz!“

Lea blickte Finno an. „Wohin jetzt?“

Der Wichtel drehte sich, und seine Laterne war nun deutlich heller.

„Zum dritten Ort“, sagte er. „Ein Ort, an dem sehr viel Trubel ist – aber kaum einer richtig zuhört.“

Emil kratzte sich am Kopf. „Wo ist das denn?“

Finno grinste.
„Im Einkaufszentrum. Dort wartet der dritte Sternsplitter… und jemand, der dringend wieder ein bisschen Weihnachtsglanz braucht.“


Das große Einkaufszentrum lag am Rand der Stadt – ein riesiges, glitzerndes Gebäude, das in der Nacht wirkte wie ein schlafender Riese mit tausend kleinen Lichtern.

Finno führte Lea und Emil über den Marktplatz hinaus, durch eine schmale Straße und schließlich bis vor die gewaltigen Glastüren. Obwohl es mitten in der Nacht war, brannten im Inneren noch ein paar Lampen. Aber irgendetwas sah seltsam aus.

„Normalerweise funkelt es hier viel heller“, murmelte Lea.

„Und wo sind die Weihnachtslieder?“, fragte Emil. „Ich hör gar nichts!“

Finno hob die Laterne – ihr Licht flackerte, als würde sie sich unwohl fühlen. „Hier ist Weihnachtsglanz verloren gegangen, und zwar eine ganze Menge. Der dritte Sternsplitter muss irgendwo drinnen sein.“


Das Einkaufszentrum bei Nacht

Die Türen glitten auf – sssshhh – und kalte Luft wehte ihnen entgegen.

Drinnen sahen sie:

  • Verlassene Schaufensterpuppen in Winterpullis

  • Eine große Tanne mit schief hängenden Kugeln

  • Geschenkpapierrollen, die halb entrollt über dem Boden lagen

  • Und ein riesiges rotes Schild: „WEIHNACHTS-STRESS-RABATTE“

Emil musste kichern. „Stressrabatte? Was soll das denn sein?“

Finno verzog das Gesicht. „Wenn Menschen beim Einkaufen so sehr hetzen, dass sie vergessen, warum sie überhaupt etwas schenken. Dann entsteht Stress – und Stress frisst Weihnachtsglanz.“

Die Laterne begann heftig zu vibrieren.
BZZZZZZ!

„Der Splitter ist ganz in der Nähe“, flüsterte Finno. „Folgt mir.“


Der unerwartete Ort

Sie gingen an der Bäckerei vorbei, am Buchladen und am Spielzeugshop, der genauso dunkel war wie der in der Gasse. Doch dann…

…hörten sie etwas.

Schlurf… schlurf… seufz…

Emil klammerte sich an Leas Mantel. „Was WAR das?!“

„Klingt nicht wie ein Monster“, meinte Lea leise. „Mehr wie… jemand, der ganz müde ist.“

Finno nickte. „Der befindet sich hinter der Kundeninformation.“

Sie schlichen um einen Schrank herum – und dann sahen sie ihn.


Der Weihnachtsmann…?

In einem großen roten Sessel saß eine Figur, die sofort auffiel:

  • Roter Mantel

  • Weißer Bart

  • Rote Mütze

  • Schwarze Stiefel

„Der Weihnachtsmann!“, flüsterte Emil begeistert und sprang fast nach vorne.

Doch dann blieb er stehen.

Denn der Mann im Sessel sah… nicht so fröhlich aus.
Er starrte auf ein Klemmbrett, rieb sich die Augen und murmelte:

„Zu viele Kinder auf der Liste… zu wenig Zeit… zu viele Wünsche… wo soll ich das alles herbekommen…?“

Lea kniff die Augen zusammen. „Das ist nicht der Weihnachtsmann. Das ist ein Einkaufszentrum-Weihnachtsmann!“

Finno seufzte. „Ja. Aber er ist trotzdem wichtig. Wenn ein Einkaufs-Weihnachtsmann traurig ist, verlieren hunderte Kinder ihren Weihnachtsglanz. Und genau deshalb… sitzt der Sternsplitter direkt bei ihm.“

Emil deutete auf das Klemmbrett. „Da! Es leuchtet!“

Tatsächlich: Auf dem Brett lag ein bläulich funkelnder Sternsplitter – der dritte.

Aber der Mann sah ihn gar nicht. Er wirkte völlig fertig.


Ein Gespräch, das alles verändert

Lea räusperte sich. „Ähm… hallo?“

Der Mann blickte hoch. Seine Augen waren rot vor Müdigkeit. „Oh… Besucher? Um diese Uhrzeit? Ich… ich mache eigentlich schon… seufz… Feierabend.“

Finno trat vor. „Wir möchten Ihnen helfen.“

Der Mann lachte bitter. „Ihr? Mir helfen? Das wäre schön. Aber ich wette, ihr wollt auch nur ein Foto. Oder ihr fragt: ‚Wo sind die echten Rentiere?‘… oder ihr wollt, dass ich eure Wunschzettel auswendig lerne.“

Emil hob die Hand. „Wir wollen gar nichts! Also… außer ein bisschen Weihnachtsglanz retten.“

Der Mann blinzelte. „Weihnachts… was?“

Lea holte tief Luft. „Warum sind Sie so traurig?“

Der Einkaufs-Weihnachtsmann sank zurück. „Weil…“ Er zögerte. „Weil ich eigentlich Weihnachten liebe. Ich mache das hier jedes Jahr. Die Kinder sitzen auf meinem Schoß, erzählen mir ihre Wünsche… und ich freue mich. Aber dieses Jahr…“

„Ja?“, fragte Emil.

„…dieses Jahr höre ich nur: ‚Mach schnell! Wir müssen weiter!‘ oder ‚Beeil dich! Wir haben keine Zeit!‘.
Niemand schaut mich richtig an. Keiner fragt, wie es mir geht. Und heute hat ein Kind sogar gesagt: ‚Du bist nicht der echte Weihnachtsmann, du bist nur ein Mann im Kostüm!‘“

Seine Schultern sanken.
„Seitdem fühlt sich alles falsch an. Und ich… ich habe das Gefühl, ich mache Weihnachten kaputt.“

Oh.

Emil schluckte schwer. „Das ist nicht wahr“, sagte er leise.


Mitmach-Aufgabe: Dem Weihnachtsmann helfen

Um den dritten Sternsplitter zu befreien, brauchen die Kinder dich!

Mach Folgendes:

  1. Lege eine Hand aufs Herz.

  2. Sag laut (oder flüsternd): „Niemand macht Weihnachten allein.“

  3. Schick ein kleines Lächeln – das hilft wirklich.


Der Einkaufs-Weihnachtsmann blickte überrascht auf.
„Was… war das? Habe ich mir das nur eingebildet oder… hat mir jemand gerade Mut gemacht?“

Finno grinste. „Nicht nur jemand. Viele kleine Herzen.“

Lea trat einen Schritt vor. „Wissen Sie… Weihnachten ist nicht perfekt. Es ist nicht immer stressfrei. Aber Kinder erinnern sich nicht daran, wie viel ein Geschenk gekostet hat. Sie erinnern sich daran, dass jemand ihnen zugehört hat.“

Emil nickte energisch. „Und dass jemand da ist!“

Der Mann bekam glänzende Augen. „Ihr… habt recht.“

Und in genau diesem Moment sprang der Sternsplitter vom Klemmbrett hoch – pling!

Er schwebte zwischen ihnen und funkelte hell.

„Da ist er!“, rief Emil.

Finno fing den Splitter vorsichtig ein. Seine Laterne wurde sofort heller, wärmer, goldener.

„Der dritte Sternteil“, sagte der Wichtel zufrieden. „Nur noch zwei fehlen!“


Der Einkaufs-Weihnachtsmann lächelte plötzlich – ein echtes, warmes Lächeln.
„Danke“, sagte er leise. „Ihr habt mir gerade mehr geschenkt als 1000 Weihnachtswünsche.“

Lea winkte. Emil hüpfte vor Freude.

Und Finno deutete Richtung Ausgang.
„Weiter geht’s. Der vierte Sternsplitter… ist im Tierheim.“

„Im TIERHEIM?!“, rief Emil. „Bei Tieren?!“

Finno nickte. „Dort wartet jemand, der den Weihnachtsglanz dringend braucht.“


Der Weg zum Tierheim fühlte sich anders an als die Strecken zuvor. Die Nacht war plötzlich stiller, der Schnee fiel weicher, und irgendwo in der Ferne hörte man ein leises Jaulen.

Emil blieb stehen. „War das… ein Hund?“

Finno nickte. „Ja. Im Tierheim leben Tiere, die ein Zuhause suchen. Und an Weihnachten spüren sie besonders, dass sie alleine sind.“

Lea bekam ein warmes Kribbeln im Bauch. „Der Sternsplitter ist also bei einem Tier?“

„Nicht bei einem einzigen Tier“, erklärte Finno. „Sondern bei jemandem, der sich um alle kümmert.“

Sie gingen weiter, bis das Tierheim vor ihnen auftauchte – ein kleines, hellgraues Gebäude mit einem grünen Zaun. Normalerweise war hier tagsüber viel los. Kinder kamen zu Besuch, Hunde winkten mit den Schwänzen, Katzen ließen sich kraulen.

Doch jetzt, in dieser Nacht, sah es traurig und verlassen aus.


Das stille Tierheim

Die Laterne vibrierte schon stark – bzzzzzz – je näher sie dem Zaun kamen.

Lea lauschte.

  • Ein leises, müdes Bellen

  • Ein trauriges Miauen

  • Ein Rascheln, als würde jemand herumgehen

„Ich glaube, die Tiere sind wach“, flüsterte sie.

„Weihnachten bringt sie durcheinander“, sagte Finno. „Sie fühlen alles – auch den verlorenen Glanz.“

Emil drückte vorsichtig das Tor auf. Es quietschte laut krieeeek, als wolle es sagen: „Endlich! Da ist jemand!“

Sie betraten den Hof. Ein paar Lichter brannten innen. Im Hauptgebäude schimmerte ein schwaches Gelb.

„Der Sternsplitter ist drinnen“, sagte Finno.


Drinnen im Tierheim

Sie öffneten die Tür und standen plötzlich mitten im Wärmezimmer des Tierheims.
Hier war es angenehm warm, und um sie herum waren kleine Räume und Gitter, hinter denen Hunde und Katzen lagen.

Doch… niemand wedelte mit dem Schwanz.
Niemand miaute fröhlich.
Kein Tier kam neugierig zur Tür gelaufen.

Emil senkte die Schultern. „Die sind ja alle total traurig!“

„Sie spüren, dass etwas fehlt“, sagte Finno. „Und dass jemand fehlt…“

In diesem Moment hörten sie Schritte. Langsame, schleppende Schritte.

Schlurf… schlurf…

Aus dem Flur kam eine Frau in einem dicken Pullover, die Haare zu einem unordentlichen Knoten gebunden. Unter ihren Augen lagen dunkle Schatten.

„Wer seid ihr denn?“, fragte sie überrascht. „Das Tierheim hat doch längst zu.“

Lea trat vor. „Wir wollen nur helfen!“

Die Frau lächelte müde. „Wenn ihr helfen könntet… das wäre ein Wunder. Ich bin Frau Klara, die Leiterin. Die Tiere… na ja… seit ein paar Tagen geht es ihnen nicht gut. Sie fressen schlecht, bewegen sich wenig, manche winseln nachts stundenlang.“

„Weil ihnen der Weihnachtsglanz fehlt“, sagte Finno.

Frau Klara blinzelte. „Wie bitte?“

Lea zeigte auf Finnos Laterne. „Wir suchen ein Teil vom Stern der Wünsche. Er ist überall dort gelandet, wo Weihnachten trauriger geworden ist.“

Frau Klara sah sich um. „Dann… muss er hier sein.“


Wer versteckt den Sternsplitter?

Genau in diesem Moment hörten sie ein lautes WUMM.
Dann ein RUMS! RUMMEL!

Emil sprang hoch. „Was war das denn?!“

„Klingt nach der Hundehütte“, sagte Frau Klara beunruhigt und rannte los.

Lea, Emil und Finno folgten ihr durch einen schmalen Gang bis zu einer großen Tür, auf der „Hunderaum 2“ stand.

Drinnen war Chaos:

  • Ein Napf umgekippt

  • Decken durcheinander

  • Ein Ball am anderen Ende des Raums

Und mitten im Raum…
…saß ein kleiner brauner Hund mit Schlappohren.

Er zitterte.

„Das ist Bruno“, sagte Frau Klara sanft. „Er ist seit zwei Monaten hier. Er hat früher bei einer Familie gewohnt… aber sie konnten ihn nicht behalten.“

Bruno blickte auf – mit großen, traurigen Augen.

Da geschah es:
Finnos Laterne begann wie verrückt zu strahlen.

BZZZZZ! BZZZZZZZ!

„Der Splitter ist hier!“, rief Finno. „Und Bruno… hält ihn fest.“

Bruno?
Der kleine Hund?

Emil kniete sich hin. „Der Hund hat den Sternsplitter?“

Finno nickte. „Er hat den Verlust am stärksten gespürt. Darum hat der Splitter ihn gefunden.“

Bruno winselte leise.
Er hob die Pfote – und darunter…

…schimmerte ein goldblauer Sternsplitter.


Aber er gibt ihn nicht her…

Als Finno näherkam, knurrte Bruno leise.

Nicht böse.
Eher: „Bitte nicht wegnehmen… das ist alles, was ich noch habe.“

Frau Klara schluckte. „Er hat Angst.“

Lea fühlte, wie ihr Herz wehtat. „Wir müssen ihm zeigen, dass er nicht alleine ist.“

„Genau“, sagte Finno. „Das schaffen wir mit Mitmachen.“


Mitmach-Aufgabe: Bruno Mut geben!

Mach Folgendes:

  1. Lege eine Hand auf den Boden oder dein Knie – wie eine Einladung.

  2. Sag leise und freundlich:
    „Komm, Bruno. Alles ist gut.“

  3. Stell dir vor, dein Herz leuchtet warm und schickt Licht zu ihm.


Bruno hörte auf zu zittern.
Er schnupperte.
Lea hielt ganz still die Hand hin.

Emil legte seine Hand dazu – sanft, klein, freundlich.

Und du hast mirgeholfen.

Bruno kam langsam näher.
Er stupste Leas Hand an.
Dann legte er den Kopf darunter.

Der Sternsplitter glitt zur Seite – und schwebte plötzlich selbstständig in die Luft.

Fwooooosh!

Er schimmerte hell, warm, freundlich.

Finno fing ihn mit beiden Händen auf.

„Der vierte Splitter“, sagte er strahlend. „Ihr wart fantastisch!“


Bruno sprang zu ihnen, bellte leise – diesmal fröhlich – und wedelte mit dem Schwanz.

Frau Klara hatte Tränen in den Augen. „Ihr habt nicht nur ihm geholfen… sondern auch mir. Ich hatte seit Tagen das Gefühl, ich schaffe das alles nicht mehr.“

Lea umarmte sie.
„Weihnachten schafft man nie allein.“


Finno schloss das goldene Buch, das nun hell glühte.

„Wir haben vier Stücke“, sagte er. „Jetzt fehlt nur noch eines – das wichtigste.“

Emil fragte gespannt: „Wo ist es?“

Finno sah ernst aus.
„Beim höchsten Ort der Stadt.
Dort, wo sich Wünsche sammeln.
Dort, wo man den Himmel sieht.“

„Der Kirchturm?“, fragte Lea.

Finno nickte.

„Und dort oben… wartet der letzte Wächter.
Und unser schwierigstes Abenteuer.“


Der Weg zum Kirchturm fühlte sich anders an als die Wege zuvor. Finno lief schneller, seine Schritte waren entschlossener, und selbst die kleinen Glöckchen an seiner Mütze klangen ernster.

„Der letzte Sternsplitter ist der wichtigste von allen“, sagte er, während sie durch die verschneite Stadt liefen. „Er enthält den Kern des Weihnachtsglanzes. Ohne ihn… können wir den Stern nicht wieder zusammensetzen.“

Lea zog ihren Mantel enger. „Und wer ist der Wächter oben auf dem Turm?“

Finno antwortete nicht sofort.
Er schaute zum Himmel, in dem der Mond blass hinter Wolken hing.

„Ein alter Freund“, sagte er schließlich. „Aber einer, der vergessen hat, wie man sich freut.“

Emil fröstelte. „Ein trauriger Freund…?“

Finno nickte langsam. „Ja. Vielleicht sogar der traurigste von allen.“


Der Aufstieg beginnt

Der Kirchturm ragte hoch über der Stadt auf.
Er war aus dunklem Stein gebaut, und wenn man hinaufsah, verschwammen die Spitzen fast mit dem wolkigen Himmel.

Als sie davor standen, wirkte er plötzlich noch viel größer.

Emil schluckte. „Da sollen wir HOCH?! Bis GANZ nach oben?“

Finno lächelte sanft. „Keine Sorge. Der Weg wird euch führen.“

Die schwere Holztür am Fuß des Turms öffnete sich mit einem tiefen GROOOOARRR-KRIEEEK, als würde ein Riese den Mund öffnen.

Drinnen war es dunkel.

Aber Finnos Laterne leuchtete so hell wie nie zuvor – ein warmes goldenes Licht, das die Stufen erhellte.


Die Turmtreppe

Die Treppe war schmal und spiralförmig.
Der Wind heulte durch kleine Fenster, und manchmal hörte man ein leises Echo – als würde jemand weit oben seufzen.

Mach mit:
Stell dir vor, du steigst mit:

  • Tippe im Wechsel links und rechts auf deine Beine – tap tap tap tap

  • und atme leise aus, wenn es anstrengend wird – huuuh

Nach einigen Minuten fragte Emil: „Wie weit ist es noch?“

„Nur noch ein kleines Stück“, sagte Lea – obwohl ihr selbst schwindlig von den vielen Stufen war.

Finno blieb plötzlich stehen.
„Hört ihr das?“

Sie lauschten.

Ganz oben…
…hörte man ein leises, trauriges Summen.
Wie ein Lied ohne Stimme.
Wie ein Weihnachtslied, dem die Freude fehlte.

„Das ist er“, murmelte Finno. „Der Wächter.“


Die alte Glockenstube

Sie erreichten eine hölzerne Tür – so alt, dass der Lack abgeblättert war.
Finno legte eine Hand darauf.
„Er war früher so fröhlich“, sagte er leise.
„Er hat den Kindern zugehört, wenn sie unten am Platz ihre Wünsche riefen. Aber über die Jahre… wurde es stiller.“

Lea öffnete die Tür.
Sie knarrte laut – kreeeek!

Drinnen hing die riesige Glocke des Turms – dunkel, majestätisch.
Ein paar Spinnweben glitzerten im Laternenlicht.

Und daneben…

…saß eine Gestalt.


Der Wächter des Weihnachtsglanzes

Es war ein alter Mann.
Sehr alt – mit weißem Haar, das wie Nebel um seinen Kopf schwebte.
Er trug einen langen Mantel, der früher einmal rot gewesen sein musste.
Jetzt war er grau.

In seinen Händen hielt er etwas Glänzendes.

Ein Sternsplitter.

Der letzte.
Der wichtigste.

Auch er selbst leuchtete schwach – als hätte der Stern ihn jahrelang warm gehalten.

Aber der Wächter sah nicht glücklich aus.
Er starrte auf den Splitter, als hätte er Angst, ihn loszulassen.

Lea flüsterte: „Hallo…?“

Der Mann blickte auf.
Seine Augen waren klar.
Traurig.
Aber freundlich.

„Ihr seid gekommen“, sagte er mit einer Stimme, die wie Wind klang. „Nach all den Jahren.“

Finno trat vor.
„Hochwächter Luminor… wir brauchen den letzten Splitter.“


Ein Herz voller Erinnerungen

Der alte Mann – Luminor – seufzte so tief, dass selbst die Glocke leise vibrierte.

„Ich weiß“, sagte er. „Aber ich kann ihn nicht geben.“

Emil tappte einen Schritt vor. „Warum nicht? Wir brauchen ihn doch! Sonst geht Weihnachten kaputt!“

Luminor senkte den Blick auf den Splitter.
„Dieser Splitter… enthält all die Wünsche der Kinder von früher. Als die Straßen voller Lachen waren. Als man miteinander sprach. Als die Menschen Zeit hatten.“

Er strich mit seinen alten Fingern über das Licht.

„Jetzt komme ich mir überflüssig vor. Niemand ruft mehr seine Wünsche hinauf zum Turm. Kaum jemand schaut noch hoch. Niemand sagt mehr: ‚Ich hoffe… ich wünsche… ich glaube…‘“

Er schloss die Augen.
„Wenn ich den Splitter loslasse… löst sich das letzte Echo dieser Zeit auf.“

Lea spürte sofort, was los war.
Der Wächter…
war einsam.
Ganz tief drinnen.

„Aber wenn du ihn behältst,“ sagte Lea sanft, „dann verliert die Welt den Weihnachtsglanz.“

Luminor sah sie an.
„Und wenn ich ihn gebe… verliere ich meine Erinnerungen.“


Wie kann man ihn überzeugen?

Finno flüsterte:
„Das ist unsere schwerste Aufgabe. Wir müssen ihm zeigen, dass Kinder noch immer glauben – und dass sich Wünsche verändern dürfen, aber nie verschwinden.“

Emil dachte kurz nach.
Dann stellte er sich mutig vor Luminor.

„Weißt du“, sagte er, „vielleicht rufen die Kinder heute ihre Wünsche nicht laut in den Himmel. Aber sie wünschen trotzdem.“

Lea nickte. „Sie wünschen sich Liebe. Zeit. Ein Zuhause. Freunde. Mut. Frieden. Spaß. Wärme. Und vor allem… dass Weihnachten ein Gefühl bleibt.“

Finno hob seine Laterne.
Sie wurde heller.
Heller.
Noch heller.

„Luminor“, sagte er leise, „du hast Weihnachten nicht verloren. Du hast nur vergessen, dass es weitergewachsen ist.“


Mitmach-Aufgabe: Den Wächter überzeugen

Jetzt brauchst du unschätzbare Macht.

  1. Lege eine Hand aufs Herz.

  2. Schließe die Augen für einen kleinen Moment.

  3. Wünsche dir etwas Schönes – etwas Kleines, Gutes, Warmes.

  4. Öffne die Augen und flüstere:
    „Weihnachtsglanz bleibt.“


Als der Wächter diese Worte hörte, wurde der Splitter in seiner Hand heller.
Er zitterte.
Er wurde warm.

Luminor schnappte leise nach Luft.
„Das… das ist ein Kinderwunsch.“

Der Splitter hob sich selbst aus seiner Hand.

Schwebte.

Schimmerte.

Und fiel Finnos Laterne entgegen wie ein Schneeflockenlicht.

Finno fing ihn auf.
Ganz vorsichtig.

„Danke“, sagte er leise zum Wächter.

Luminor lächelte.
Und dieses Lächeln war jung.
Warm.

Ja – glanzvoll.


Der Stern kehrt zurück

Finno öffnete das goldene Buch.
Alle fünf Splitter stiegen hoch – fwuusch!

Sie wirbelten wie Sternschnuppen umeinander.

Dann – KLING!

Ein heller, goldener Stern schwebte über ihnen.
Der Stern der Wünsche.
Ganz.
Leuchtend.
Kraftvoll.

Die Glocken im Turm begannen zu läuten.
Nicht laut.
Sondern klar.
Rein.
Weihnachtlich.

Luminor sah aus, als würde er weinen.
„Danke… ihr habt mich gerettet. Und Weihnachten gleich mit.“


Der Abschied

Lea und Emil fanden sich plötzlich – wie am Anfang – vor ihrem Fenster wieder.
Der Weihnachtsbaum leuchtete warm.
Die Lichterkette strahlte heller als je zuvor.

Finno stand auf dem Sims.
„Ihr habt es geschafft“, flüsterte er. „Der Weihnachtsglanz ist zurück.“

Emil fragte: „Kommen wir uns wiedersehen?“

Finno lächelte.
„Immer, wenn ihr an Wunder glaubt.“

Er hob die Laterne – die jetzt wie eine kleine Sonne glühte.

„Frohe Weihnachten, Lea. Frohe Weihnachten, Emil… und auch dir.“

Dann war er verschwunden.
Nur ein leises pling seiner Mütze blieb zurück.


Ende? Oder Anfang?

Vielleicht schaust du an Weihnachten einmal nach oben.
Vielleicht siehst du einen kleinen Stern, der ein bisschen heller leuchtet.

Vielleicht ist es der Stern der Wünsche.

Vielleicht denkt er gerade an dich. 🎄✨


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